Siemens hat Hamburg als neuen Standort für die “Wind Power”-Europazentrale auserkoren. Die Windenergie-Sparte des Konzerns könnte dem Wirtschaftsstandort damit zu neuem Wachstum im Bereich der erneuerbaren Energien verhelfen.
Mehr als zehn Standorte standen ursprünglich im Konkurrenzkampf um die neue Zentrale zur Auswahl. Hamburg habe sich dabei aufgrund seiner guten Standortbedingungen und die Anwesenheit weiterer international tätiger Windkraftfirmen letztendlich deutlich durchgesetzt, berichtet die Tageszeitung “Die Welt”. Damit würden in Zukunft nun der Vertrieb und die Projektabwicklung für Europa, Afrika und den Nahen Osten von der Hansestadt aus koordiniert werden. Mindestens 70 neue Arbeitsstellen sollen hierfür mittelfristig geschaffen werden.
Wachstumspläne
Siemens Wind Power ist im Jahre 2004 durch die Übernahme des Windradherstellers Bonus Energy entstanden und hat seitdem eine ansehnliche Entwicklung durchgemacht. Wie der kaufmännische Leiter von Wind Power, Kai-Eberhard Lueg, der “Welt” berichtet, sind die Umsätze seiner Sparte seit Gründung um das achtfache auf rund 19 Milliarden Euro gestiegen. Nach anfänglich 800 seien mittlerweile 5000 Mitarbeiter bei Wind Power beschäftigt und hätten die Siemens-Windenergiesparte international auf den sechsten Platz geführt. Damit seien die Ziele des Konzerns jedoch noch nicht erreicht: “Bis 2012 wollen wir unter die ersten drei kommen”, so Lueg. Die gute Marktposition in Skandinavien und Großbritannien solle weiter ausgebaut und neue Märkte in der Türkei und Nordafrika aufgebaut werden, spezifiziert der Chef von Siemens WInd Power Europa, Lars Krogsgaard, die Wachstumspläne. Schon heute sei das Unternehmen Marktführer im Bereich der Offshore-Windparks und erwirtschafte rund ein viertel seines Umsatzes mit Umwelttechnologien.
Politik erfreut und optimistisch
Vertreter der Hamburger Politik und Wirtschat zeigten sich hocherfreut über die Entscheidung von Siemens und werteten die neue Zentrale als “Sieg und eine ungeheure Chance” für den Wirtschaftsstandort Hamburg. Handelskammer-Präses Frank Horch sagte bei der Vorstellung der Pläne, die Handelskammer sei “überglücklich” und sicher, dass die Bedeutung der erneuerbaren Energien in Hamburg damit gefestigt würde. Wie die “Welt” weiterhin berichtet, habe Horch auch seiner Forderung nach mehr Forschungsmitteln Nachdruck verliehen. Sowohl für die regenerativen Energien, deren Anteil am Energiemix die Bundesregierung deutlich erhöhen wolle, als auch für “weiterhin notwendige Forschungsvorhaben im Bereich der Kernenergie” sollten diese bereitgestellt werden. Dies betreffe vor allem die Problematik der Endlagerung, so Horch.
Insgesamt dürfte die hiesige Branche der Umwelttechnologien durch die Siemens-Pläne einen weiteren Schub bekommen. Derzeit sind bereits rund 1,2 Millionen Menschen dort beschäftigt – mehr als im Maschinenbau oder in der Autoindustrie.