E.ON baut weltgrößten Offshore-Windpark

Der Energieriese E.ON beteiligt sich am Bau des größten Hochsee-Windparks der Welt in der Themsemündung. Durch das “London Array” – Projekt untermauert der Konzern seinen Status als Vorreiter in der Offshore-Technik.

Am Dienstag sind die Arbeiten für das ehrgeizige Projekt offiziell angelaufen. Der gigantische Windpark soll nach Fertigstellung erstmals in der Geschichte der Offshore-Technologie mehr als ein Gigawatt Leistung aus den bis zu 341 Turbinen hervorbringen. Damit könnten rund 750.000 Londoner Haushalte mit Strom versorgt werden. Gegenüber dem “Handelsblatt” sagte E.ON-Chef Bernotat: “London Array ist ein bedeutender Meilenstein in unserer ehrgeizigen Strategie, erneuerbare Energie-Projekte im industriellen Maßstab zu realisieren.” Außer E.ON sind auch der dänische Windkraftkonzern Dong Energy und ein staatlicher Investor aus Abu Dhabi an dem Projekt beteiligt. E.ON hält 30 Prozent der Anteile. Der Ölkonzern Royal Dutch Shell war vor einiger Zeit aufgrund der gestiegenen Material- und Baukosten ausgestiegen – die Preise hätten sich aber mittlerweile wieder stabilisiert, so das “Handelsblatt”. Das veranschlagte Volumen der Baukosten betrage nun rund 2,2 Mrd. Euro. Letztendlich habe dann die verbesserte Unterstützung der britischen Regierung für Offshore-Projekte den Ausschlag gegeben, das Projekt in Gang zu bringen.

Auch Siemens erhält Großauftrag

E.ON ist dabei nicht die einzige deutsche Beteiligung am “London Array”. Auch der deutsche Technologiekonzern Siemens profitiert von einem rund eine Milliarde Euro schweren Auftrag. Er beinhaltet die für die Windkraftanlagen benötigten Turbinen.
E.ON hat bislang Windkraftwerke mit einer Gesamtleistung von über zwei Gigawatt in Betrieb. Davon werden rund 100 Megawatt auf Offshore-Anlagen produziert. Derzeit befinden sich nach Konzernangaben weitere Anlagen mit 470 Kilowatt im Bau sowie zusätzliche Windparks mit einer Leistung von insgesamt 3,9 Gigawatt in der Entwicklung, so ein Konzernsprecher im “Handelsblatt”. Dabei sei das “London Array” – Projekt bereits mit eingerechnet. Das mittelfristige Ziel für E.ON sei der Ausbau der gesamten Windkraftleistung auf 14 Gigawatt.

Im besten Fall könnte der Konzern sein dort erlangtes Wissen und die Erfahrung auch in Deutschen Gewässern einsetzen. Hier sind zwar entsprechende Offshore-Pilotprojekte wie das “Alpha Ventus” – Feld in der Nordsee seit geraumer Zeit in Planung, konnten aber aufgrund der schwierigen witterungsbedingten und technischen Voraussetzungen bislang noch nicht umgesetzt werden.

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