Die Stadt Hamburg schaltet sich sieben Jahre nach dem Verkauf der “Hamburger Elektrizitätswerke” wieder in den Strommarkt ein. Der neue Anbieter “Hamburg Energie” soll auf Ökostrom setzen und eigene Kapazitäten aufbauen.
Die Entscheidung, die städtischen Anteile am Stromanbieter HEW an Vattenfall zu verkaufen, wurde damals sowohl von der Politik als auch von den Bürgern der Hansestadt im Nachhinein bereut. Daher greift die Stadt nun wieder aktiv ins Stromgeschäft ein und will mit “Hamburg Energie” einen neuen Anbieter auf dem Markt etablieren, der seinen Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen gewinnen und eine günstige Alternative zu Vattenfall & Co. darstellen soll.
Keine Steuergelder
Wie Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL) bei der Vorstellung des Projektes betonte, soll sich “Hamburg Energie” dabei eigenständig am Markt behaupten und die erwirtschafteten Gelder in Kraftwerksprojekte reinvestieren. Da die Hamburger Wasserwerke dem neuen Anbieter ein Eigenkapital in Höhe von zehn Millionen Euro zur Verfügung stellt, würden keinerlei Steuergelder zur Finanzierung benötigt. Zunächst solle der Strom aus regenerativen Energien eingekauft werden, aber schon bald werde mit dem Bau eigener Kraftwerke begonnen. Dabei werde strikt auf Ökostrom gesetzt: Windkraftwerke, Fotovoltaikanlagen und gasbetriebene Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung würden mittelfristig die Stromquellen für “Hamburg Energie” sein.
Für Masse und Wettbewerb
Hajduk, dessen grüne Fraktion die Gründung des neuen Anbieters in ihre Koalitionsbedingungen integriert hatte, sieht “Hamburg Energie” als Massenanbieter. Er sei nicht für die Nische geschaffen worden, sondern solle ein “großer Spieler” am Strommarkt werden, wird Hajduk in der “Welt” zitiert. Das Ziel sei es, einen preiswerten, transparenten Anbieter zu schaffen, der die Interessen der Stadt vertritt. Darüber hinaus soll der Wettbewerb durch den neuen Energieanbieter angeheizt werden und vor allem dem Energieriesen Vattenfall Konkurrenz gemacht werden. Daher hoffen die Initiatoren auch auf die Unterstützung der Bürger: Je mehr Kunden sich dem neuen Unternehmen anschließen würden, desto mehr werde dieses gestärkt und könne den Ausbau umweltfreundlicher Energien in der Region entsprechend vorantreiben, so Hajduk.
Zunächst soll “Hamburg Energie” nur private Haushalte versorgen. Mittelfristig ist aber auch die Belieferung von gewerblichen Kunden und auch die Versorgung der städtischen Gebäude geplant.