Der Hamburger Ökostrom-Anbieter LichtBlick hat in einer Pressemitteilung auf die erneut erhöhten Netzentgelte reagiert. Gefordert wird dabei ein effizienteres System und eine Regulierung, durch die mehrere hundert Millionen Euro eingespart werden könnten.
“Die von der Bundesnetzagentur genehmigten Preissteigerungen fressen die Entgeltsenkungen der letzten Jahre wieder auf. Die Verlierer sind einmal mehr der Wettbewerb und die Verbraucher”, wettert LichtBlick-Geschäftsführungsmitglied Gero Lücking. Die Behörde müsse die Erhöhungsanträge der Netzbetreiber viel kritischer prüfen. Hintergrund seiner Missstimmung ist die vor einigen Wochen tatsächlich von Seiten der Netzaufsicht erlaubte Erhöhung der von den Netzbetreibern erhobenen Nutzungsentgelte. Nach Informationen des “Spiegels” werden die Gebühren bei den Übertragungsnetzen um 13 bis 30 Prozent angehoben, Lichtblick hat im Bereich der regionalen Verteilernetze einen Anstieg von bis zu 23,5 Prozent beispielsweise bei E.ON Hanse, Bayern und Edis bestätigt.
Dies wird für die Endverbraucher ebenfalls spürbare Folgen mit sich ziehen, denn für die Privathaushalte stellen die Netzgebühren immerhin ein Drittel des Strompreises dar. Somit muss ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.000 Kilowattstunden für den Strom nun 20 bis 44 Euro mehr aus der Tasche ziehen.
Morsche Strukturen aufbrechen
Lücking erkennt im deutschen Strommarkt derweil nicht mehr zeitgemäße Strukturen und ein zu kompliziertes System. Das aus vier großen Regelzonen und 800 lokalen Netzbetreibern bestehende Stromnetz müsse endlich gebündelt und auf einen Betreiber übertragen werden, so seine Forderung. Die derzeit noch betriebene “Kleinstaaterei auf dem Rücken der Verbraucher” und zum alleinigen Profit der Netzbetreiber E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall müsse ein Ende haben. Die finanziellen Vorzüge eines moderneren Systems sieht Lücking mehr als deutlich gegeben – so könnten allein bei der Regelung von Stromschwankungen durch sogenannte Ausgleichsenergie pro Jahr bis zu 500 Millionen Euro eingespart werden, heißt es. Vor allem auch die Bundesnetzagentur sei hier gefragt, um die Anreize zum effizienteren Betreiben der Netze zu verbessern und die Strukturreform zu Gunsten der Kunden voranzutreiben.