Nach den späten, aber deutlichen Nachlässen beim Preis für Erdgas keimte bei vielen deutschen Verbrauchern die Hoffnung, endlich einmal längerfristig von niedrigen Gebühren profitieren zu können. Diese Hoffnung könnte nun aber bereits im Keim erstickt werden: Zum Ende des Jahres zeigt der Trend erneut nach oben.
Zwar wird sich der Preisrückgang in den kommenden Monaten noch fortsetzen und auch die von diversen Versorgern für den Herbst angekündigten Senkungen werden planmäßig durchgeführt. Aber zum Jahresende wird aller Voraussicht nach eine erneute Preiswende vollzogen werden. Wie der Vorsitzende der Geschäftsführung des Kasseler Versorgers Wingas, Rainer Seele, nach Angaben des Magazins “Focus” am Freitag verlauten ließ, sei der Grund für die Erhöhungen der gestiegene Ölpreis. An diesen ist der Erdgaspreis in Deutschland seit einiger Zeit gekoppelt. Probleme bezüglich der Gaslieferungen aus Russland sieht er indessen nicht: „Gerade in Deutschland haben wir eine sehr, sehr sichere Gasversorgung“, beruhigt Seele.
Regelmäßige Wiederholungsschleife
Diese Ankündigung ist zwar bitter für die Gaskunden, ist aber leider keine allzu große Überraschung. Die Taktik der Versorger ist stets die gleiche: Während in den ohnehin verbrauchsarmen Sommermonaten die Preise gesenkt werden, um die Kunden zu beruhigen und anzulocken, wird die kalte Winterzeit zum Abkassieren genutzt. Das Ölpreisniveau wird dabei, auch wenn es derzeit tatsächlich im Steigen begriffen ist, oft als Vorwand genutzt. Deutlich wird die einseitige Betrachtung der Ölpreisbindung an der Tatsache, dass fallende Preise nur sehr langsam und zögerlich und gewöhnlich erst nach deutlichem Druck aus der Öffentlichkeit umgesetzt werden.
Die Verbraucher und Verbände klagen mit gewohnter Regelmäßigkeit diese für die Konzerne lukrative Strategie an, vermögen aber insgesamt wohl kaum etwas grundlegendes daran zu verändern. Von Seiten der Politik ist in der Regel aufgrund der erhöhten Steuereinnahmen ebenfalls kein drastisches Einschreiten zu erwarten. Einzig die Kartellbehörde könnte zur Verbesserung der Situation beitragen und hat diesbezüglich bereits einige Schritte unternommen. Aber auch ihre Mittel sind begrenzt.
Dem Verbraucher eröffnen sich nur die auf dem Gasmarkt noch eher eingeschränkten Möglichkeiten des offenen Wettbewerbs. Ein Wechsel des Anbieters bringt häufig signifikante Einsparungen und in der Summe kann dies den Wettbewerb auch durchaus anfachen. Aber letzten Endes können sich auch die kleineren Anbieter nicht dem allgemeinen Trend verwehren, wenn sie konkurrenzfähig bleiben möchten. Folglich heißt es praktisch für alle Gaskunden in unterschiedlichem Ausmaß, aber unschöner Regelmäßigkeit: Wenn viel geheizt wird, schnellt der Gaspreis in die Höhe; wenn wenig geheizt wird, sinken die Gebühren mit starker Verzögerung.
[...] standen die Strompreise, die in den vergangenen Monaten angestiegen sind. Leider wird es auch im Bereich der Gaspreise wieder zu Preiserhöhungen kommen, da diese an den Ölpreis gekoppelt sind und dieser in den [...]