EWE übernimmt Bremer Versorger swb

Das Oldenburger Energieunternehmen EWE wird die ehemaligen Bremer Stadtwerke, die heutige swb AG, zu 100 Prozent übernehmen. Die dafür nötigen Anteile kommen vom niederländischen Versorger Essent, der seine sbw-Beteiligung wegen der Akquisition durch RWE abstoßen muss.
Die Wettbewerbskommission der Europäischen Union unter der Leitung von Neelie Kroes hatte der nun genehmigten Übernahme von Essent durch den deutschen Energieriesen RWE die Erfüllung einiger Auflagen zur Bedingung gemacht. Eine der wichtigsten war der Verkauf der 51-prozentigen Essent-Anteile an der swb AG, die der Konzern im Jahre 2000 von der Stadt Bremen erworben hatte. Bremen schloss in diesem Zusammenhang im April einen entsprechenden Kaufvertrag mit Essent über 680 Mio. Euro ab und bot die wiedererlangte Beteiligung anschließend zum Weiterverkauf an. Nur mit einer Aktie wird die öffentliche Hand über die Bremer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft nach wie vor an swb beteiligt bleiben, wodurch sie weiterhin im Aufsichtsrat vertreten sein wird.

Bedingungen erfüllt, Standort gewahrt

EWE hatte im Jahre 2003 49 Prozent der swb-Anteile erworben und der Stadt Bremen nun bereits den Kauf von 25,9 Prozent des Essent-Aktienpakets zugesichert. Auf die Ausschreibung für die restlichen Anteile hatten sich zahlreiche Interessenten aus dem In- und Ausland gemeldet, unter anderem Gelsenwasser. Keiner von ihnen konnte jedoch die Rahmenbedingungen der Hansestadt ausreichend erfüllen, die nach Informationen der “taz” ein finanzielles Risiko für die Stadt bei der Transaktion ausschließen sollen. Einzig EWE garantierte der Stadt, dass für sie keine Kosten entstehen würden. Daher bekamen die Oldenburger letztendlich den Zuschlag des Senats und grünes Licht für die Übernahme. Sollten die Gesellschafter und der Aufsichtsrat von Essent dem Deal erwartungsgemäß zustimmen, wird EWE somit hundertprozentiger Mutterkonzern der swb AG.
Die swb soll dabei als “starkes Unternehmen mit Firmen- und Steuersitz in Bremen erhalten” bleiben, wie die Bremer Finanzsenatorin Karoline Linnert von den “Grünen” gegenüber der “taz” versichert: “Arbeitsplätze werden gesichert und der Ausbau der regenerativen Energieerzeugung und Fernwärmeversorgung ist fest vereinbart.” Auch die Produktion und Entwicklung von on- und offshore-Technologien am Standort Bremerhaven solle weiter vorangetrieben werden. Damit würden durch die neue Konstellation insgesamt die energie- und standortpolitischen Interessen Bremens gewahrt blieben.

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