Internet: Hohe Lebensqualität, geringe Verbreitung

Das Internet stellt für die Mehrheit der Deutschen eine Erhöhung ihrer Lebensqualität dar und ist nicht mehr wegzudenken. Das ergab eine repräsentative Studie des Branchenverbands Bitcom. Gleichzeitig schnitt Deutschland aber bei einer Überprüfung der landesweiten DSL-Versorgung eher schlecht ab.
Letztere Untersuchung wurde vom US-Marktforschungsinstitut Strategy Analytics weltweit durchgeführt. Dabei wurde die Abdeckungsquote jedes Landes bezüglich der DSL-Anschlüsse zu Grunde gelegt. In Deutschland liegt diese den Ergebnissen der Studie nach zu urteilen bei 58 Prozent – damit sind also nur etwas mehr als die Hälfte der hiesigen Haushalte fähig, mit High-Speed im Netz zu surfen. Im weltweiten Vergleich liegt die Bundesrepublik, in der vor allem ländliche Gegenden im Süden und Nordosten noch nicht an das Breitbandnetz angeschlossen sind, damit auf Platz 22. Auch die USA kamen bei der Studie mit einer Quote von 60 Prozent nicht viel besser weg, Frankreich brachte es auf 68 Prozent. Die Spitzenplätze belegten vornehmlich asiatische Staaten: Südkorea kommt dank der Technologiepolitik der Regierung und des großen städtischen Bevölkerungsanteils auf 95 Prozent, Singapur auf 88 Prozent.

Nützlich und unverzichtbar

Trotz der in Deutschland also bisher eher mäßigen Verbreitung des schnellen Internets vor allem außerhalb der Städte ist die Technologie hoch angesehen. In der Bitcom-Befragung äußerten neun von zehn Teilnehmern die Ansicht, ihre Lebensqualität habe sich durch das Netz verbessert. Ganze 98 Prozent gaben an, durch das Internet einfach und unkompliziert an nützliche Informationen zu gelangen. Auch die Aspekte Flexibilität, Unterhaltung und Produktivität wurden von den Befragten mit Quoten zwischen 71 und 87 Prozent bezüglich des Netzes sehr positiv eingeschätzt. 61 Prozent konnten durch den Einsatz des Internets nach eigenen Angaben ihre Bildung verbessern und über die Hälfte der Studienteilnehmer konnten bei Einkäufen im Netz sparen. Darüber hinaus spielt auch die soziale Kontaktpflege eine wichtige Rolle, die jeder zweite im Internet in Foren oder Communities betreibt.
Zwischen den verschiedenen Altersgruppen gibt es unterdessen nach wie vor merkliche Unterschiede: Wenngleich sich 80 Prozent der Befragten ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen können, besitzen doch nur 35 Prozent der über 65-jährigen einen eigenen Anschluss. Bei den unter 29-jährigen liegt die Rate dagegen bei deutlich höheren 85 Prozent.
Die Bedeutung des Internets in allen Lebensbereichen wird hier deutlich und sollte für die Zukunft als Ansporn genutzt werden, eine schnellere und flächendeckende Ausbreitung der Breitband-Anschlüsse oder vergleichbarer Alternativen zur Nutzung des High-Speed-Internets für alle Bundesbürger umzusetzen.

Eine Antwort hinterlassen