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Gas-Informationen

Gas in Deutschland

In früheren Zeiten basierte die Gasversorgung in Deutschland auf „Stadtgas“, das aufgrund seines hohen Anteils an Kohlenstoffmonoxid giftig ist. Anfang der 80er Jahre konnte die Umstellung auf das ungiftige Erdgas vollzogen werden. In der ehemaligen DDR dauerte es bis in die 90er Jahre hinein, bis die Umstellung erfolgreich abgeschlossen war. Damals nutzten nur etwa 22.5 % der deutschen Verbraucher Erdgas als Energieträger. Mittlerweile heizt die Hälfte der deutschen Privathaushalte mit Erdgas.

Erdgasfelder befinden sich hier bei uns zum größten Teil in Norddeutschland, in kleineren Mengen auch in Thüringen und Bayern, sowie geringe Mengen in anderen Bundesländern. Nur 20 % des deutschen Gas-Bedarfs kann in Deutschland selbst gefördert werden. 80 % des Bedarfs müssen wir also aus anderen Ländern beziehen. Den größten Teil davon liefert uns Russland, außerdem sind auch die Niederlande und Norwegen wichtige Lieferländer.

Speicherung von Erdgas

Ungefähr 18,6 % des Gasaufkommens werden in Untergrundspeichern als Vorräte gelagert, um vorübergehende Lieferstörungen aus dem Ausland, unbehelligt ausgleichen zu können. Diese Vorräte bilden sich aus Bedarfsschwankungen der Verbraucher. Denn über die Sommermonate wird erheblich weniger Gas benötigt, als über die kälteren Jahreszeiten, weil weniger, oder gar nicht, geheizt wird. Der Verbrauch ist in dieser Zeit kaum kalkulierbar. Der Überschuss an Erdgas, der sich daraus ergibt kann nicht irgendwohin „zurückgepumpt“ werden, muss also in Speichern gelagert werden. Durch die stetige Zunahme an Erdgas-Autos auf deutschen Straßen, wird sich der Gasverbrauch immer mehr stabilisieren, da diese Autos zeitlich durchgehend Erdgas als Kraftstoff verbrauchen. Darum werden die Bedarfsschwankungen im Laufe der Zeit nicht mehr so gravierend sein.

Versorgung in Deutschland

Die Erdgasversorgung in Deutschland soll zukünftig sichergestellt werden, durch die Inbetriebnahme der „Norddeutschen Gasleitung“, einer Pipeline, die von Wyborg in Russland aus schnurstracks nach Deutschland hinein, bis Greifswald, verläuft. Sie kann pro Jahr 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas befördern. Damit wäre etwa die Hälfte des deutschen Jahresverbrauchs gesichert und das Risiko von Lieferstörungen, durch z.B. politische Unruhen in Transitländern, entfallen, weil das Gas auf seinem Weg ohne Berührung mit diesen, geradliniger zu uns kommt. Lediglich Wirtschaftszonen von Schweden, Finnland und Dänemark werden von der Pipeline beim Durchqueren des Seewegs gestreift. Darum wird diesen Ländern ein Einfluss auf das Genehmigungsverfahren eingeräumt. Doch der Inbetriebnahme dieser Ostsee-Pipeline wird nicht nur mit freudiger Erwartung entgegen gesehen.

Kritiker wenden ein, dass uns dieser neue Weg der Erdgasversorgung noch mehr als vorher an den Hauptlieferanten Russland binden würde. Von riskanter Abhängigkeit ist die Rede, von einer Gefahr der Preissteigerung basierend auf Russlands neuer  Liefer-Monopolstellung und ebenso von drohenden Risiken aufgrund eventueller politischer Unruhen in diesem Land. Tatsache aber ist, dass Russland trotz seiner zahlreichen, politischen Krisen in der Vergangenheit - schon seit ungefähr dreißig Jahren durchgehend Erdgas nach Deutschland liefert und bisher jeden Liefervertrag eingehalten hat.   

Selbstverständlich ist eine große Abhängigkeit nicht von der Hand zu reden. Doch sie ist ein gegenseitiges Risiko. Wo der Deutsche auf eine stabile Versorgung zu annehmbaren Preisen hofft, hofft der Russe auf einen langlebigen Gasverkauf an den Konsumenten Deutschland. Jeder Vertrag ist nun mal zu einem gewissen Grad auch Vertrauenssache.